China Miéville Die Hungernden Speisen
Die Hungernden Speisen aus der Anthologie „Andere Himmel“

Zitat: „Er meinte die Homepage einer Organisation mit der Bezeichnung Die Hungernden Speisen. Ich hatte – als Kummer gewohnter Empfänger von Rundmails – den Link schon zweimal erhalten. Die Seite war ausgestattet mit schlichten Grafiken in zurückhaltenden, matten Farben und einer Auswahl bestürzender Statistiken über die Situation in von Hunger bedrohten Regionen weltweit. … Der Grund aber für die immense Popularität der Seite war ihr Angebot von Wohltätigkeit auf Knopfdruck.
Einmal pro Tag konnte jeder Besucher der Seite einen Button klicken und in den Worten der Webseite „die Hungernden speisen“. Neben dem Button waren die Sponsoren aufgelistet – alles sehr dezent, keine Logos ioder Sopunreffekte, nur der Firmenname und ein Link zur jeweiligen Webseite. Jeder Sponsor spendete pro Klick einen halben Cent, das ungefähre Äquivalent zu einer halben Tasse Reis oder Mais oder sonstwas in der Art.“
Auszug aus „King Rat“

Zitat: „Die Beleuchtung in der Zelle erfüllte ihre Aufgabe, ihn sichtbar zu machen, nur ungenügend. Wie Mondlicht, beschränkte sie sich darauf, Umrisse nachzuzeichnen. Zwei Augen wie schwarze Tümpel, eine scharfe Nase, zusammengepresste Lippen. Der Fremde war groß, aber kein Riese. Er hatte die Schultern hochgezogen wie gegen einen scharfen Wind. … Um das hagere, gefurchte Gesicht fiel langes schwarzes Haar in fettigen Strähnen auf diese verkrampften Schultern. Ein formloser Mantel in undefinierbarem Grau hing über dunkler Kleidung. Die Hände in die Taschen gestemmt, den Kopf leicht gesenkt, musterte er Saul unter den Brauen hervor.“
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